Bereits Mitte der 70ger Jahre wurde in Altenhain mehr oder weniger offiziell Fußball gespielt. Die Freiwillige Feuerwehr Altenhain unterhielt zur damaligen Zeit eine Schoppenmannschaft, welche
auf zahlreichen Fußball-Turnieren präsent war. Einen offiziellen Fußballverein gab es bis dato noch nie in der Geschichte Altenhains. Mehr und mehr nahmen aber aus Sicht der Feuerwehr die Aktivitäten
der Fußball-Freizeitmannschaft überhand. Mit dieser Begründung wurde die Mannschaft aufgelöst.
Die Gründer:

Erstes Vereinsemblem:
von links:
Klaus-Dieter Freund, Günter Sonntag, Winfried Jaklin, Josef Paul,
Peter Schulze, Lothar Krause, Günter Schneider, Kurt Reuels †
nicht auf dem Foto:
Matthias Henninger, Hans Heinisch †
1980 bis 1986 Um dem Vergnügen "Fußball" weiterhin treu zu bleiben, traf man sich als unabhängige Freizeitmannschaft "Schoppe 80 Altenhain" zum
sonntäglichen "Schoppen-Kick" auf dem Waldsportplatz in Altenhain. Auch an Turnieren wurde bereits teilgenommen. Natürlich waren auch Trikots nötig, um gegen andere Hobbykicker zu spielen. Für DM
65,- kaufte jeder Spieler sein eigenes rotes Trikot mit Hosen und Stutzen. Aus einem der anschließenden Frühschoppen in der Gaststätte "Geierhof" (Kilbe-Jean) oder später dann auch in der Kellerbar
von Klaus-Dieter Freund wurde der Gedanke eines offiziellen Vereins geboren. Dieser wurde am 25. August 1980 mit der Gründung der "Torpedo Kickers Altenhain" in die Tat umgesetzt. Die zehn Gründer
waren: Klaus-Dieter Freund, Matthias Henninger, Winfried Jaklin, Günter Sonntag, Josef Paul, Peter Schulze, Kurt Reuels † , Lothar Krause, Günter Schneider und Hans Heinisch † . Der
Vereinsname ergab sich nach einer Abstimmung, in der sich "Torpedo Kickers" gegen andere Vorschläge durchsetzte. Die Vereinsfarben waren auch schnell gefunden. Da das rote Trikot schon da war und die
benachbarten Vereine die Farben gelb/schwarz bzw. blau/weiss trugen, einigte man sich auf rot/weiss. Als Anfangskapital des jungen Vereins wurde von jedem Gründer DM 80,- in die Vereinskasse
eingezahlt. Vor jedem Spiel gegen andere Schoppenmannschaften sammelte man anfangs DM 2,- von jedem Spieler ein und erweiterte die Einnahmen durch einen ausgearbeiteten Strafenkatalog, welcher wie
folgt aussah: Fehlen im Training: DM 1,-, Gelbe Karte: DM 2,- und Rote Karte: DM 5,-. Für eine Mannschaft aber nicht genug. Man benötigte mehr Spieler und trommelte weitere Talente und
Fußballbegeisterte aus Altenhain zusammen. Nach und nach wurden die Spieler Rüdiger Gottschalk, Jürgen Gottschalk, Heiko Gottschalk, Karl-Heinz Schwarze, Adolf Heinrich, Peter Best, Erich Behle und
Alexander Paul für den Spielbetrieb begeistert und integriert.
Torpedo Kickers Altenhain 1984:

Torpedo Kickers Wimpel:
hintere Reihe:
Karl-Heinz Schwarze, Kurt Reuels †, Heiko Gottschalk, Winfried Jaklin,
Jürgen Gottschalk, Rüdiger Gottschalk
vorne:
Alexander Paul, Klaus-Dieter Freund, Güter Sonntag, Günter Schneider,
Matthias Henninger
Das erste Spiel in der Geschichte machte man in Niederhöchstadt gegen die Thekenelf Eschborn und gewann mit 4:3. Das erste Tor für die Torpedo Kickers erzielte Winfried
Jaklin. Man spielte Freundschaftsspiele gegen andere Schoppenmannschaften wie "Würfelbrüder Neuenhain", "Kolping Königstein" oder "Maßkrug Zeilsheim" um nur einige zu nennen. Auch an zahlreichen
Turnieren in der Umgebung wurde teilgenommen. Die Mitgliederanzahl belief sich am 31. Dezember 1980 auf 12 Personen mit einem Kassenbestand von DM 508,61. Anfang des neuen Jahres dachte man über ein
eigenes Fußballturnier für Freizeitmannschaften in Altenhain nach. Dieser Gedanke wurde dann am 2. und 3. Mai 1981 zum ersten Mal umgesetzt. Bedingt durch die Sportanlagen in Altenhain war dieses
nicht einfach und mit sehr viel Aufwand verbunden. Da kein Strom vorhanden war, half man sich vorerst mit Aggregaten aus, bis man später vor jedem Turnier, in Eigenleistung, mehrere hundert Meter
Kabel durch den Wald zu einem verlassenen Wochenendhaus mit Stromanschluss verlegte. Wasser wurde mit Kanistern herangebracht. Ein Zelt mit Bestuhlung wurde für eine Leihgebühr von DM 160,- von der
Freiwilligen Feuerwehr Altenhain gemietet. Sogar Balljungen wurden eingesetzt. 3 fußballbegeisterte Schüler übernahmen diese Aufgabe und verdienten sich DM 5,- pro Einsatz. Hochmotiviert konnten die
Torpedos gleich bis ins Finale vorstoßen, welches man mit 1:2 gegen die Freizeitmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Auringen verlor. Dieses Turnier findet bis heute mit kleineren Änderungen jedes
1. Wochenende im Juni auf dem Waldsportplatz statt.

Hans-Günther Heinisch † :

Ein großer Grillabend mit Spielerfrauen als Dankeschön, dessen Kosten (DM 19,47) der Verein trug, wurde am 15. August 1981 im Garten von Karl-Heinz (Elek) Schwarze
veranstaltet. Der komplette Verein feierte seinen ersten erfolgreichen Turnierauftakt. Die ersten Weihnachtsfeiern wurden am 18. Dezember 1981 und 4. Dezember 1982 im Gemeindesaal in der
Altkönigstraße abgehalten, bevor man später in diverse Gaststätten in Altenhain oder in das Marienheim wechselte. Bei selbst organisiertem Essen und mitgebrachten Getränken bzw. Diavorführungen
wurden so manche vergangenen Aktionen, über das Jahr gesehen, nochmals belächelt und feuchtfröhlich gefeiert. Eine Tradition der Schoppenmannschaften war es, vor jedem Spiel einen Wimpel
auszutauschen. Aber auch zur Identifikation mit seinem Verein wurde ein Wimpel in das eigene Auto gehängt. Deshalb wurde am 16. November 1981 eine Anzahl von 50 Torpedo-Kickers-Wimpel für einen Preis
von DM 675,- angeschafft und in den eigenen Reihen für DM 20,- verkauft bzw. bei Freundschaftsspielen verschenkt. Die Vorlage des Wimpels lieferte der rote Autoaufkleber, der von Erwin Kilb entworfen
und für DM 2,- verkauft wurde.
Am 20. November 1982 konnte der erste Titel des Vereins gefeiert werden. Man gewann das Hallenturnier in Bad Soden und konnte sich Stadtmeister nennen. Die Siegesprämie belief sich auf DM 50,-. Auch
die erste interne Somaabteilung der Torpedo Kickers, unter dem Namen "FC Hohlweg", nahm an diesem Turnier teil. Um in den Wintermonaten nicht auf das Spielen bzw. Training verzichten zu müssen und
dass Volleyball-interessierte Spielerfrauen ihr Hobby ausüben konnten, wollte man die Turnhalle bzw. die in Planung befindliche spätere Kahlbachhalle in Altenhain nutzen. Die Nutzung der Sportanlagen
war allerdings aus versicherungstechnischen Gründen nur eingetragenen Vereinen gestattet. Aus dieser Sicht musste man handeln und die Torpedo Kickers Altenhain kurzerhand als offiziellen Verein
eintragen lassen. Die Unterschriften der Vorstandsmitglieder wurden am 3. November 1983 auf dem Ortsgericht in Altenhain unter dem Ortsgerichtsvorsteher Adam Eichinger geleistet und beglaubigt. Der
Verein, 14 Mitglieder stark, mit einem Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzte: 1. Vorsitzender: Hans-Günther Heinisch †, 2. Vorsitzender: Lothar Krause, Schriftführer: Winfried Jaklin,
Kassierer: Klaus-Dieter Freund und Pressewart: Peter Schulze. Der Eintrag in das Vereinsregister erfolgte am 18. April 1984 auf dem Amtsgericht in Königstein im Taunus. Unter der Vereinsregister-Nr.
8 VR 690 mit dem offiziellen Vereinsnamen FSV Torpedo Altenhain 1980 e.V. wurde man gelistet.
Am 13. Februar 1984 ein schwerer Schock für den jungen Verein. Der 1. Vorsitzende Hans-Günther Heinisch verstarb plötzlich im Alter von 32 Jahren. Im Jahr der Trauer musste man schnell einen neuen
Vorsitzenden finden und so wurde Lothar Krause am 16. März 1984 in der dessen Nachfolger gewählt. Generalversammlung als Jürgen Königstein wurde als 2. Vorsitzender neu integriert. Aus dem
Fußballturnier für Freizeitmannschaften im Juni wurde das Hans-Heinisch-Gedächtnisturnier. Wegen der positiven Resonanz auf die Turniere und der neu eröffneten Kahlbachhalle wurde über eine
Hallenveranstaltung nachgedacht. Nach langer Planung wurde am 24. November 1984 zum ersten Mal ein Hallenturnier mit Bewirtung für 12 Mannschaften ausgerichtet. Auch dieses Turnier, wenn auch
kleiner, wird bis heute noch veranstaltet. Die erste Bus-Vereinsfahrt führte vom 24. bis 26. August 1984 in das Rhön-Park-Hotel nach Hausen-Roth. Ein Ausflug zum Kloster Kreuzberg und eine
Besichtigung der damaligen DDR-Grenzanlagen waren die Programminhalte. Nach vier Jahren Schoppenmannschaft und zunehmender Mitglieder beschloss man, am offiziellen Spielbetrieb teil zunehmen. Hierzu
musste man dem Hessischen-Fußball-Verband (H. F. V.) beitreten. Am 19. Juli 1984 wurde der Name von FSV Torpedo Altenhain (Freizeit-Sport-Verein) in S.V. Torpedo Altenhain 1980 e.V. (Sportverein)
geändert. Allerdings stimmte der Hessische Fußball-Verband wegen des Begleitnamens "Torpedo" nicht zu, weil dieser kriegsverherrlichend wäre. Es musste also ein neuer Vereinsname gefunden werden.
Nach Diskussionen und einer Abstimmung in der ersten offiziellen Generalversammlung des Vereins vom 22. März 1985 wurde aus dem S.V. Torpedo Altenhain 1980 e.V. der "Ball-Sport- Club Altenhain 1980
e.V." Auch der Vorstand wurde in der Zusammensetzung erweitert. Zum ersten Jugendwart wurde Rüdiger Gottschalk gewählt. Bevor es zum ersten Punktspiel kam, machte man am 17. August 1985 eine Bustour
zum Kellerwegfest nach Guntersblum. 50 Personen meldeten sich zu dieser Vereinsfahrt an. Der Unkostenbeitrag belief sich auf DM 10,- pro Person. Nun stand dem ersten offiziellen Fußballspiel in
Altenhain nichts mehr im Wege und es konnte an den Meisterschaftsspielen der Saison 1985/86 teilgenommen werden. Jugendarbeit war schon immer ein Thema für den Verein, wenn auch nicht auf dem
Spielfeld. So wurde am 18. Februar 1985 sowie am 10. Februar 1986 mit einigen Helfern und jeweils einer Spende von DM 50,- den vom Vereinsring ausgetragenen Altenhainer Kindermaskenball unterstützt.
In der Generalversammlung vom 07. März 1986 wurden keine Veränderungen am Vorstand vorgenommen. Alle Amtlichen des BSC wurden entlastet und wiedergewählt.
Erste BSC-Mannschaft 1986:

Bild Zeitung - Ausgabe vom 10. August 1985:

Selbst die Bild-Zeitung berichtete über die Gründung des Vereins. Unter dem Namen BSC Altenhain 1980 e.V. bestritt man am 25. August 1985 sein erstes offizielles Spiel in
der C-Klasse der Kreisliga Main-Taunus gegen den SV Ruppertshain und verlor auswärts mit 0:4. Unter den Augen von 86 zahlenden Zuschauern wurde das erste Spiel auf eigenem Boden am 01. September 1986
gegen Radnik Höchst ausgetragen. 1:1 lautete das Ergebnis nach 90 Minuten, in dem Oliver Weber den lange ersehnten Ausgleichstreffer in der 62. Minute schoss. Man musste bis zum 08. September 1985
warten, bis der erste Sieg im dritten Spiel unter Dach und Fach war. Es war ein 2:3 bei Jugos Kelkheim in dem zweimal Oliver (Opa) Weber und Volker Schmieja für den BSC trafen. Den ersten Heimsieg
konnte man erst im 5. Anlauf notieren. Am 27. Oktober 1985 schlug man die Gäste aus Wildsachsen mit 3:1. Diesmal hießen die Torschützen: Eberhard Hepe, mit einer direkt verwandelten Ecke, Andreas
Kleinert und Michael Freund mit einem Foulelfmeter. In seiner ersten Saison unter Trainer Spagnolo konnte der BSC 6 Siege, 6 Unentschieden und 14 Niederlagen auf seinem Konto verbuchen. Daraus
ergaben sich 18:34 Punkte bei 35:63 Toren. Trotz vieler "Lehrstunden" eine positive erste Saison mit einem 10. Tabellenplatz. Am 01. August 1986 wurde Wilfried Postweiler als neuer Trainer für die
Saison 1986/87 vorgestellt. Damiano Spagnolo legte seine Doppelbelastung als Spielertrainer ab und konzentrierte sich nur noch auf das Spielfeld. Da es auf dem Gelände des Waldsportplatzes noch immer
keinen Strom gab, wurden vor jedem Spiel die Getränke für die Spieler und Zuschauer in der Kellerbar von Klaus-Dieter Freund gekühlt und zum Waldsportplatz transportiert. Spielerfrauen und Helfer
verkauften sie aus dem Fenster der Umkleidekabine oder aus dem orangenen VW-Bus von Wolfgang Eiffinger.
Einweihung des neuen Sportgeländes durch Bürgermeister Berthold R. Gall:


In den Wintermonaten wurde mit Gasbrennern der Glühwein und das Wasser für die warme Wurst erhitzt. Bei einbrechender Dämmerung musste man für die Beleuchtung in der Hütte
auf Kerzen zurückgreifen. Nach den Spielen traf man sich zu fachmännischer Analyse und gemütlichem Zusammensein in der Gaststätte "Zum Grünen Baum". Später verlagerte man diese Treffen in das neue
Restaurant "Kahlbachquelle", welches von Reiner Spengler bewirtet wurde. In ihm fand man auch den ersten Trikotsponsor. Man erhielt einen Satz rote Trikots für die Heim- und einen Satz weiße Trikots
für die Auswärtsspiele vom Top-Ausrüster aus Herzogenaurach. Anfang der neuen Saison wurde das Gelände um den Waldsportplatz in Altenhain neu angelegt bzw. renoviert, worauf es am 17. September 1986
bei der Einweihung zu einem Freundschaftsspiel gegen die SG Bad Soden kam. Am Ende hieß es 0:2 für die Gäste aus der Kernstadt. Trotz Niederlage feierte man anschließend im Restaurant
"Kahlbachquelle" mit den Siegern. Rund DM 340.000,- betrugen die Gesamtkosten für die Platzrenovierung, wovon das Land Hessen die Hälfte trug und der Main Taunus Kreis weitere DM 34.000,-
bezuschusste. Ein Gefälle von etwa siebzig Zentimeter wurde ausgeglichen. Anschließend erhielt der Platz eine Drainage sowie einen Schacht als Auffangbecken des Wassers. Das Spielfeld wurde von 62 x
93 Meter auf 65 x 97 Meter vergrößert.